Foto: Roswitha Dorfner
„Zur Mitte kommen“, ins Herz Bayerns zur Gnadenmutter nach Altötting – dazu waren alle Fahrradfreunde am 6. September eingeladen. Zum dritten Mal hatten die Kapuziner in Altötting die Fahrrad-Sternwallfahrt organisiert. Höhepunkt war die Segensfeier vor der Gnadenkapelle.
Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger, der sowohl die Statio leitete als auch die musikalische Gestaltung zusammen mit der Regensburger Musikstudentin Lucia Gasser übernahm, dankte den etwa 200 Teilnehmern fürs Kommen und empfahl Maria als „mutiges Glaubensvorbild“. Anhand des Sonnengesangs des heiligen Franziskus gab er Vorschläge zur Selbstbesinnung durch die Woche.
Fahrrad-Sternwallfahrt 2025 – Impressionen
Der heilige Franziskus hatte vielleicht tatkräftig mitgeholfen – jedenfalls strahlte die Sonne vom tiefblauem Himmel. So schwangen sich Teilnehmer aus den Landkreisen Altötting, Mühldorf und auch aus dem niederbayerischen Rottal aufs Fahrrad, aufs sportliche Mountainbike oder aufs E‑Bike. Thomas Haas aus Pleiskirchen mit seinem „Handbike“ etwa oder Anna und Hans Weiss aus Burgkirchen, die zur Radsegnung gekommen waren, aber auch, um anschließend einen Kaffee und einen Kuchen in einem der Gaststätten am Kapellplatz zu genießen, wie sie verrieten. Die größte Teilnehmergruppe, in orange-farbene T‑Shirts gekleidet, waren die Altöttinger „Walters Radler/Zweirad Schröck“ um Horst Tengler, Werner Popp und Max Fürstberger, die, wie sie erzählten jeden Donnerstag etwa 50 bis 60 Kilometer Wegstrecke mit ca. 20 bis 30 Teilnehmern zurücklegen. Die E‑Bikes von Silvia und Hans Stockinger aus Burghausen, die täglich unterwegs sind, verwiesen mit einem Fahrradaufkleber auf stolze 20.000 zurückgelegte Kilometer in vier Jahren. Ja, die E‑Bikes waren gegenüber herkömmlichen Fahrrädern durchaus in der Überzahl und Alexander Egger aus Töging, mit Ehefrau Maria zum dritten Mal Teilnehmer bei der Sternradwallfahrt nach Altötting, signalisierte mit seinem T‑Shirt-Aufdruck seine Sympathie für den Fahrrad-Hilfsmotor: „MIM EBIKE NOCH OIDÄDING“. Und dass die fünf Teilnehmer aus Riedenburg als am weitest nach Altötting Geradelte galten, am „Tag der Sternradwallfahrt“ mit einer persönlichen Pilgerfahrt aber nur zufällig den Kapellplatz erreichten, das spielte keine Rolle – alle waren herzlich willkommen.
Kapuzinerpater Bruder Marinus, der, wie er erzählte, selber Besitzer eines „einfachen Primizrades“ sowie eines „Sonntagsrades“ sei, lobte die Radpilger mit Sturzhelm für ihre Vorbildsfunktion und alle für ihren Beitrag zur Schonung der Umwelt. Er ermunterte die Teilnehmer: „Sie dürfen ruhig klingeln, um Aufmerksamkeit zu erzeugen!“ Denn, wie Bruder Marinus die Worte des heiligen Franz von Assisi zitierte: „Mutter Erde trägt uns!“ So wie beim Fahrrad-Reifen das Zusammenspiel zwischen Felgen, Speichen und Nabe zur Mitte führe, so sei eine gelingende Völker-Gemeinschaft aufeinander angewiesen – nur so könne Einheit und letztendlich Friede entstehen, die sich zur Mitte, in die Herzen der Menschen verankern.
Es stand von Seiten der Stadt auch ein „Rahmenprogramm“ für die Teilnehmer der Rad-Sternwallfahrt im Angebot: eine Stadtführung „Faszination Herz Bayerns“, ein Besuch im Mitmach-Museum „Mathematikum“ (Kultur + Kongress Forum) oder ein Besuch in der Comic-Ausstellung „Vorbilder mit zwei Gesichtern“ (Stadtgalerie) im Angebot.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner


