Wallfahrten

Mit Radl und E-Bike

Redaktion am 08.09.2025

Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger segnet die Radler. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Fahrrad-Sternwallfahrt 2025: Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger segnet die Radler.

„Zur Mitte kommen“, ins Herz Bayerns zur Gnadenmutter nach Altötting – dazu waren alle Fahrradfreunde am 6. September eingeladen. Zum dritten Mal hatten die Kapuziner in Altötting die Fahrrad-Sternwallfahrt organisiert. Höhepunkt war die Segensfeier vor der Gnadenkapelle.

Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger, der sowohl die Sta­tio lei­te­te als auch die musi­ka­li­sche Gestal­tung zusam­men mit der Regens­bur­ger Musik­stu­den­tin Lucia Gas­ser über­nahm, dank­te den etwa 200 Teil­neh­mern fürs Kom­men und emp­fahl Maria als ​„muti­ges Glau­bens­vor­bild“. Anhand des Son­nen­ge­sangs des hei­li­gen Fran­zis­kus gab er Vor­schlä­ge zur Selbst­be­sin­nung durch die Woche.

Fahrrad-Sternwallfahrt 2025 – Impressionen

Der hei­li­ge Fran­zis­kus hat­te viel­leicht tat­kräf­tig mit­ge­hol­fen – jeden­falls strahl­te die Son­ne vom tief­blau­em Him­mel. So schwan­gen sich Teil­neh­mer aus den Land­krei­sen Alt­öt­ting, Mühl­dorf und auch aus dem nie­der­baye­ri­schen Rot­tal aufs Fahr­rad, aufs sport­li­che Moun­tain­bike oder aufs E‑Bike. Tho­mas Haas aus Pleis­kir­chen mit sei­nem ​„Hand­bike“ etwa oder Anna und Hans Weiss aus Burg­kir­chen, die zur Rad­seg­nung gekom­men waren, aber auch, um anschlie­ßend einen Kaf­fee und einen Kuchen in einem der Gast­stät­ten am Kapell­platz zu genie­ßen, wie sie ver­rie­ten. Die größ­te Teil­neh­mer­grup­pe, in oran­ge-far­be­ne T‑Shirts geklei­det, waren die Alt­öt­tin­ger ​„Wal­ters Radler/​Zweirad Schröck“ um Horst Teng­ler, Wer­ner Popp und Max Fürst­ber­ger, die, wie sie erzähl­ten jeden Don­ners­tag etwa 50 bis 60 Kilo­me­ter Weg­stre­cke mit ca. 20 bis 30 Teil­neh­mern zurück­le­gen. Die E‑Bikes von Sil­via und Hans Sto­ckin­ger aus Burg­hau­sen, die täg­lich unter­wegs sind, ver­wie­sen mit einem Fahr­rad­auf­kle­ber auf stol­ze 20.000 zurück­ge­leg­te Kilo­me­ter in vier Jah­ren. Ja, die E‑Bikes waren gegen­über her­kömm­li­chen Fahr­rä­dern durch­aus in der Über­zahl und Alex­an­der Egger aus Töging, mit Ehe­frau Maria zum drit­ten Mal Teil­neh­mer bei der Stern­rad­wall­fahrt nach Alt­öt­ting, signa­li­sier­te mit sei­nem T‑Shirt-Auf­druck sei­ne Sym­pa­thie für den Fahr­rad-Hilfs­mo­tor: ​„MIM EBIKE NOCH OIDÄ­DING“. Und dass die fünf Teil­neh­mer aus Rie­den­burg als am wei­test nach Alt­öt­ting Gera­del­te gal­ten, am ​„Tag der Stern­rad­wall­fahrt“ mit einer per­sön­li­chen Pil­ger­fahrt aber nur zufäl­lig den Kapell­platz erreich­ten, das spiel­te kei­ne Rol­le – alle waren herz­lich willkommen.

Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus, der, wie er erzähl­te, sel­ber Besit­zer eines ​„ein­fa­chen Pri­miz­ra­des“ sowie eines ​„Sonn­tags­ra­des“ sei, lob­te die Rad­pil­ger mit Sturz­helm für ihre Vor­bild­s­funk­ti­on und alle für ihren Bei­trag zur Scho­nung der Umwelt. Er ermun­ter­te die Teil­neh­mer: ​„Sie dür­fen ruhig klin­geln, um Auf­merk­sam­keit zu erzeu­gen!“ Denn, wie Bru­der Mari­nus die Wor­te des hei­li­gen Franz von Assi­si zitier­te: ​„Mut­ter Erde trägt uns!“ So wie beim Fahr­rad-Rei­fen das Zusam­men­spiel zwi­schen Fel­gen, Spei­chen und Nabe zur Mit­te füh­re, so sei eine gelin­gen­de Völ­ker-Gemein­schaft auf­ein­an­der ange­wie­sen – nur so kön­ne Ein­heit und letzt­end­lich Frie­de ent­ste­hen, die sich zur Mit­te, in die Her­zen der Men­schen verankern.

Es stand von Sei­ten der Stadt auch ein ​„Rah­men­pro­gramm“ für die Teil­neh­mer der Rad-Stern­wall­fahrt im Ange­bot: eine Stadt­füh­rung ​„Fas­zi­na­ti­on Herz Bay­erns“, ein Besuch im Mit­mach-Muse­um ​„Mathe­ma­ti­kum“ (Kul­tur + Kon­gress Forum) oder ein Besuch in der Comic-Aus­stel­lung ​„Vor­bil­der mit zwei Gesich­tern“ (Stadt­ga­le­rie) im Angebot.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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