Das Goldene Rössl ist das Juwel der Altöttinger Schatzkammer.
Es wurde im Jahre 1404 im Auftrag der französischen
Königin Isabeau de Baviére, einer Wittelsbacherin, als Neujahrsgeschenk
für ihren Gemahl König Karl VI. angefertigt. Schon
kurz nach seiner Entstehung gelangte es als Pfand für eine fällige Jahrespension in den Besitz des Bruders von Isabeau, Herzog Ludwig dem Gebarteten von Bayern-Ingolstadt.
Schließlich kam das Goldene Rössl nach dem
Aussterben der Ingolstädter Linie in den Besitz der niederbayerischen
Herzöge. Diese gaben es 1506 nach Altötting, um Kriegsanleihen für den
Landshuter Erbfolgekrieg zu begleichen.
Vor einer mit ungewöhnlich großen Rubinen und Saphiren, sowie einer mit Perlen reich verzierten Laube thront auf einem Sockelaufbau Maria mit dem Jesuskind.
Unmittelbar vor ihr knien Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist, links daneben die hl. Katharina von Alexandrien, die von Jesus einen Ring erhält als Hinweis auf die mystische Verlobung. Vor dem Sockel kniet links auf einem Kissen der betende König Karl VI., gegenüber dessen Chevalier mit dem Helm des Herrschers in Händen. Die Laubenanlage ruht auf einem flachen, von vier dicken Säulen getragenen Gewölbe, begleitet von zwei flankierenden Treppen.
Unter dem Gewölbe steht ein gesattelter und reich gezäumter
Schimmel, der von einem Reitknecht gehalten wird. Die Laubenanlage und sämtliche figürliche Darstellungen bestehen aus 24-karätigem Gold.
Die hauchdünn getriebenen Figuren sind mit Email in den Farben weiß,
rot, grün und blau überzogen. Die Architektur des Sockelgeschosses ist aus Silber gefertigt und feuervergoldet. Das 62 cm hohe Goldene Rössl gilt als eines der bedeutendsten Werke der mittelalterlichen Goldschmiedekunst und genießt wegen seiner Schönheit und außergewöhnlichen technischen Ausführung Weltruf.