Das Wallfahrtsmotto „Transitus – Übergang“ ist auch Thema der traditionellen Altöttinger Fastenpredigten. Dieses bezieht sich auf den Tod des heiligen Franz von Assisi in der Nacht von 3. auf 4. Oktober vor 800 Jahren; er hatte sein Sterben nicht als „Aus und Vorbei“ verstanden, sondern als „Hinübergehen in die himmlische Herrlichkeit des Vaters“. Den Auftakt in die Reihe der insgesamt vier Gottesdienste machte Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl, der am 26. Februar in der Stiftspfarrkirche über die Taufe sprach: sie sei der Übergang „in die Sphäre der Gotteskindschaft“, betonte er.
„Denn im Wasser der Taufe – so sagt unser Glaube – sind wir bereits aus dem Tod zum Leben hinübergegangen“, erklärte der Wallfahrtsrektor eingangs seiner Predigt. Am Ende führte er aus: Auferstanden von den Toten habe Jesus den Tod besiegt und auch den Menschen den Zugang zum Leben erschlossen. Dadurch „haben wir jetzt schon Anteil an seiner Herrlichkeit und an seinem ewigen Leben“. Metzl betonte: „Wenn wir Jesus nachfolgen und auf dem Wege seiner Gebote bleiben, wenn wir in seiner Liebe bleiben, werden wir seine Freunde werden, dann sind wir Brüder und Schwestern Jesu und also Kinder Gottes.“ Dadurch erreichten wir Menschen das, was wir im Grunde alle wollen: „Wir wollen leben.“
Wenn wir in seiner Liebe bleiben … Dieses „Wenn“ ist entscheidend. Das machte der Stadtpfarrer in seiner Predigt mehr als deutlich, als er an die biblische Geschichte der „Ursünde“ und an Jesu Tod am Kreuz erinnerte. Der Tod sei die Frucht der Ursünde, die Folge menschlicher Hybris: Der Mensch wollte selber sein wie Gott und eben diese Selbstgefälligkeit habe „zum Verlust des Paradieses und damit zum Verlust des Lebens“ geführt. Mit seinem Sohn Jesus habe Gott den Menschen eine zweite Chance geschenkt, und erneut ergriffen sie die Menschen nicht. Ein zweites Mal habe sich der Mensch gegen die Liebe Gottes aufgelehnt und Jesus gar ans Kreuz genagelt: „Das übertrifft noch einmal die Schuld Adams und treibt die Ursünde, selber sein zu wollen wie Gott, auf eine noch nie dagewesene Höhe“, resümierte Metzl.
Umso wichtiger sei es, dass wir die dritte Chance, die Gott uns gab, nicht erneut wegwerfen. Prälat Metzl betonte: „Lasst uns also in diesen 40 Tagen der Buße und der Umkehr uns wieder neu darüber erfreut sein, dass wir in der Taufe zu Kindern Gottes geworden sind, dass die Erbschuld von uns genommen ist und dass uns so in Jesus Christus der Weg zum Leben, der Weg in den Himmel, offensteht.“
Fastenpredigten: Die weiteren Termine
Jeweils Donnerstag, 19 Uhr in der Stiftspfarrkirche Altötting:
- 5. März: Die Firmung; Dekan Heribert Schauer
- 12. März: Gelübde; Bruder Marinus Parzinger OFMCap
- 19. März: Heiliger Josef: Pater David Kolodziejczyk OSPPE