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Mutter der Barmherzigkeit Eucharistische Anbetung 2 Kopie Quadrat Foto: Roswitha Dorfner

Jahres- und Wallfahrtsleitwort 2022: „...auf dass sie alle eins seien!“

Lie­be Pil­ger­lei­te­rin­nen und Pil­ger­lei­ter, ver­ehr­te Freun­de und För­de­rer der Alt­öt­tin­ger Wall­fahrt, lie­be Gläubige!


Wie­der geht ein unter dem Coro­na-Virus gepräg­tes Wall­fahrts­jahr zu Ende. Es hat uns allen viel abver­langt. Den­noch bin ich vol­ler Zuver­sicht, dass wir uns im neu­en Jahr bei Unse­rer Lie­ben Frau von Alt­öt­ting wie­der­se­hen wer­den. Des­we­gen haben wir als Mot­to für das kom­men­de Wall­fahrts­jahr ein Wort aus dem Johan­nes-Evan­ge­li­um gewählt: „… auf dass sie alle eins sei­en!“ – nach Joh, 17,11.22. Dazu darf ich Ihnen mei­ne Gedan­ken und Über­le­gun­gen mitteilen:

Im Schau­fens­ter eines Geschäf­tes war das Schild zu lesen: Unge­impf­te uner­wünscht!“ Die­se Auf­schrift steht exem­pla­risch für das, was der­zeit in unse­rer Gesell­schaft pas­siert. Die Tat­sa­che, dass es ver­schie­de­ne Mei­nun­gen, Sicht­wei­sen und Stand­punk­te gibt, ist dabei nicht das Pro­blem, son­dern die Wut und die Aggres­si­vi­tät, der Abscheu und der Hass, mit denen über Anders­den­ken­de geur­teilt wird. Eine Spal­tung in der Gesell­schaft wird sicht­bar und schrei­tet vor­an, die Nach­barn, Freun­de, Arbeits­kol­le­gen, Ver­ei­ne und Ver­bän­de, Pfarr­ge­mein­den und selbst Fami­li­en ent­zweit. Sicher: Es geht in Bezug auf die Maß­nah­men, die das Coro­na-Virus mit all sei­nen Muta­tio­nen von uns abver­langt, um viel: um Frei­heit und Sicher­heit, um unse­ren Wohl­stand und den Arbeits­platz, um kör­per­li­che und psy­chi­sche Gesund­heit. Ja, es geht – wenn man so sagen will – um Leben und Tod. Und je aggres­si­ver die Mei­nun­gen auf­ein­an­der­tref­fen, umso deut­li­cher wird, dass der gesell­schaft­li­che Frie­de kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit ist; dass die Ein­heit und die Wohl­fahrt unse­res Vol­kes und der gan­zen Welt eine sen­si­ble und brü­chi­ge Sache sind. Die­se Tat­sa­che lässt uns nach dem Grund der Ein­heit fra­gen: Was hält unse­re Gesell­schaft zusam­men? Wor­in lie­gen die Grund­la­gen für unse­re Huma­ni­tät? Gibt es ein Zei­chen der Ein­heit, um das wir uns sam­meln können?

An den viel­fäl­ti­gen Spal­tun­gen, unter denen wir lei­den, wird deut­lich, dass die Ein­heit der Viel­falt vor­aus­geht. Die Zer­ris­sen­heit der Welt, die Pola­ri­sie­run­gen in der Kir­che, die Zer­brech­lich­keit unse­rer Fami­li­en und die Zwie­tracht, die immer wie­der auch in unse­ren Her­zen hoch­kommt, wecken in uns die Sehn­sucht nach Ein­heit, nach Gebor­gen­heit und Frie­den. Die­se Ein­heit erken­nen wir in Gott. Die Ein­heit Got­tes ist aber kei­ne star­re Abge­schlos­sen­heit, son­dern in sich dyna­mi­sche Bezie­hung des Vaters zum Sohn im Hei­li­gen Geist. Die­se Ein­heit nen­nen wir Lie­be. Und Gott will, dass wir Men­schen an die­ser Ein­heit, an sei­ner Lie­be, teil­ha­ben. Des­we­gen sand­te Gott in der Kraft des Hei­li­gen Geis­tes sei­nen Sohn in die Welt. Aus Maria, der Jung­frau, ist er Mensch gewor­den. Er kam in die Welt, um uns von Schuld und Sün­de zu befrei­en, weil sie die Quel­len aller Spal­tun­gen sind. Und am Vor­abend sei­nes Opfer­to­des bit­tet Jesus sei­nen Vater am Ölberg im hohe­pries­ter­li­chen Gebet, für sei­ne Jün­ger und für alle, die an ihn glau­ben, dass sie eins sei­en (Joh 17,11.22).

Papst Fran­zis­kus hat 2018 in den Römi­schen Gene­ral­ka­len­der einen neu­en Gebo­te­nen Gedenk­tag ein­ge­fügt, der jedes Jahr welt­weit am Pfingst­mon­tag gefei­ert wird: Maria, Mut­ter der Kir­che. Damit möch­te Papst Fran­zis­kus neu ins Bewusst­sein heben, dass Maria ein Zei­chen für die Ein­heit der Kir­che ist. Von der Urge­mein­de, die sich nach der Him­mel­fahrt Jesu Chris­ti um die ver­blie­be­nen Jün­ger gebil­det hat­te, lesen wir in der Apos­tel­ge­schich­te: Sie alle ver­harr­ten ein­mü­tig im Gebet, zusam­men mit den Frau­en und mit Maria, der Mut­ter Jesu (Apg 1,14).

Ein­mü­tig im Gebet um Maria ver­sam­melt wis­sen wir uns am Gna­den­ort Alt­öt­ting als Pil­ger­ge­mein­schaft auf dem Weg zu ihrem Sohn Jesus Chris­tus. Und des­we­gen wol­len wir uns ange­sichts der Zer­ris­sen­heit der Welt und den Spal­tun­gen in der Kir­che im Pil­ger­jahr 2022 ganz bewusst um Maria ver­sam­meln, der Mut­ter Jesu und der Mut­ter der Kir­che, um für die­se Ein­heit in der Welt ein glaub­wür­di­ges Zeug­nis zu geben, auf dass die Welt erken­nen möge, dass wir in die­sem Glau­ben von Gott geliebt und wohl behü­tet sind.

Mit den bes­ten Segens­wün­schen für Sie und Ihre Lie­ben und in der Hoff­nung, dass wir uns im kom­men­den Jahr alle gesund und fro­hen Mutes um das Gna­den­bild Unse­rer Lie­ben Frau von Alt­öt­ting im Gebet ver­eint wie­der­se­hen wer­den, grüßt Sie und alle Alt­öt­ting-Pil­ge­rin­nen und ‑Pil­ger sehr herzlich

Dr. Klaus Metzl
Stadt­pfar­rer und Wallfahrtsrektor 

Weiter bie­ten wir für die Anmel­dung der Wall­fahrt, in Zusam­men­ar­beit mit dem Wall­fahrts- und Tou­ris­mus­bü­ro Alt­öt­ting, den Ser­vice über die Home­page der Kreis- und Wall­fahrts­stadt Alt­öt­ting an.

Das Anmel­de­for­mu­lar fin­den Sie unter:
https://​www​.altoet​ting​.de/​t​o​u​r​i​s​m​u​s​/​w​a​l​l​f​a​h​r​t​/​w​a​l​l​f​a​h​r​t​s​a​n​m​e​l​dung/

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Die von Ihnen ein­ge­reich­ten Daten wer­den zur Orga­ni­sa­ti­on an die dafür zustän­di­ge Wall­fahrts­kus­to­die in der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on Alt­öt­ting, Kapell­platz 4, wei­ter­ge­lei­tet. Name und Ter­min Ihrer Wall­fahrt wer­den dann auto­ma­tisch in den online Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Stadt Alt­öt­ting und der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on übernommen.