Das Wallfahrtsmotto „Transitus – Übergang“ im Jubiläumsjahr des heiligen Franziskus ist auch Thema der traditionellen Altöttinger Fastenpredigten. Nachdem Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl über die Taufe, Altöttings Dekan und Domkapitular Heribert Schauer über die Firmung und Bruder Marinus Parzinger OFMCap über das Gelübde gesprochen hatten, ging es im vierten und letzten Teil der Reihe um den Tod. Prediger am Josefstag am 19. März in der Stiftspfarrkirche war Paulinerpater David Kolodziejczyk.
Mit einem Augenzwinkern leitete Pater David seine Predigt ein: „Lieber heiliger Franziskus, das hast du aber echt schön zum Ausdruck gebracht“, sagte er und zitierte einen Vers aus dessen berühmten „Sonnengesang“: „Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod.“ Ein schöner Vers für ein schwieriges Thema, der in unseren „modernen“ Zeiten jedoch schon fast absurd anmutet, mindestens aber eine große Herausforderung ist: Der Tod, eine liebe Schwester? In einer Zeit, in der Menschen nach Unsterblichkeit streben? Nicht im Himmel, sondern hier auf Erden? Vielleicht sollte er doch besser Wellness-Tipps geben anstatt über den Tod zu predigen, mutmaßte Pater David. Dann aber fragte er: „Schwimmen wir mit dem Zeitgeist oder wollen wir einem der größten Tabus unserer heutigen Gesellschaft ins Auge schauen?“
Altöttinger Fastenpredigt – Impressionen
Zentral sei die Einsicht, dass der Tod unausweichlich zum menschlichen Leben gehöre: „Die Stunde des Todes schlägt für jeden von uns“, stellte Pater David fest. Weder sozialer Status noch Herkunft könnten davor schützen. Selbst Jesus, Maria und Josef seien gestorben. Gerade der heilige Josef werde jedoch als „Patron des guten Todes und der guten Sterbestunde“ verehrt, weil er – woran unzählige Bilder erinnern – nicht allein starb, sondern „umgeben von Jesus und Maria“. Es seien Bilder, die Frieden ausstrahlen, betonte Pater David. Josef sei „ein erfüllter Mensch“ gewesen, „der sich einer Sache bewusst war: Ich habe mich nicht getäuscht“.
Pater David betonte, dass ein Leben im Glauben auf die letzte Stunde vorbereiten könne. Nicht nur der heilige Josef sei hierfür ein gutes Vorbild. Er selbst denke dabei an seine Uroma, die schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte und diese nur dank ihres Glaubens überwinden konnte. Die Stunde ihres Todes sei eine seiner frühesten Kindheitserinnerungen – ein Moment eines unglaublichen Friedens, der ihm schon früh die Angst vor dem Tod genommen habe, erzählte Pater David.
Der Prediger schilderte außerdem seine Erfahrungen in der Klinikseelsorge und Hospizarbeit. Weniger die Angst vor dem Tod, als vielmehr die Angst vor dem Alleinsein, belasteten die Sterbenden, wie Pater David erzählte. Nicht nur der Fortschritt in der Medizin ermögliche heute ein würdevolles Sterben. Auch menschliche Nähe sei wichtig, um Trost zu schenken. Insbesondere betonte Pater David die Bedeutung der Sakramente, die an die Gegenwart Gottes erinnern, der sage: „Hab keine Angst. Ich bin bei Dir.“ Ebenso spiele Maria eine wichtige Rolle als Begleiterin „jetzt und in der Stunde unseres Todes“, wie wir im Rosenkranz beten.