Zur Einstimmung in die Fastenzeit fand am 18. Februar in der Pfarrkirche St. Josef/Altötting Süd in neunter Auflage der „Aschermittwoch der Künstler“ statt.
Organisationsleiter Anselm Ebner zeigte sich begeistert über die Kreativität und Phantasie der teilnehmenden Künstler, unter denen auch viele Kinder waren. Zu sehen waren Gemälde in farbenfroher Acryl-Technik oder sanften Aquarell-Tönen, Wachsmalerei und Schwarz-Weiß-Druck. Ebners Gesangsensemble gestaltete den Gottesdienst mit geistlicher Musik. Es wurden die „Missa tertia“ von Hans Leo Hassler sowie die Motetten „Ubi caritas et amor“ und „Northern lights“ von Ola Gjeilo in hervorragender Weise dargeboten. Den Ausstellungsrundgang im Anschluss begleitete Veronika Vorbuchner gekonnt mit ihrem Harfenspiel.
Der ehemalige Altöttinger Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl zelebrierte unter Assistenz von Diakon Gerold Hochdorfer die Messe. In seiner Predigt verwiese er auf das Wunder der Schöpfung und fragte: „Wie schön muss Gott selber sein?“ Vor allem lobte Prälat Mandl die Künstler und ihre Werke – etwa Andreas Bialas und seine Kreuzigungsszenen oder Anna Breidenbachs „Himmlisches Jerusalem“ und nicht zuletzt die etwas andere Kreuzesdarstellung von Mathias Kneissl (14 Jahre): „Es sind nicht die Nägel, die Jesus am Kreuz festhalten, es ist die Liebe“, stellte der Prediger fest. Diese Darstellung berühre die Seele.
Aschermittwoch der Künstler – Impressionen
Viele weitere Werke gilt es zu würdigen: Harald Werndle etwa hatte in einer Wachsmalerei den heiligen Franziskus thematisiert, dessen Sonnengesang und „Transitus“ (Hinübergang) sich 800 Jahre jährt. Die farbenprächtige Dreikönigsdarstellung von Künstlerin Tanja Goetz von der VHS Mühldorf hinterfragt „Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Unter welchem Stern reisen wir durch’s Leben? Welcher Stern leuchtet uns in dunklen Zeiten? Und welcher strahlt für uns, wenn wir glücklich sind?“ Ihre beiden Eselsdarstellungen, eingefasst in einen Barockrahmen, stellen fest: „Moment mal! Wie schön ist Gottes Schöpfung“. Tanja Goetz ist zum ersten Mal Ausstellungs-Teilnehmerin, wie sie berichtet. Und Esel kommen, wie sie festgestellt hat, in der Bibel über 150-mal vor, u.a.: Ein Esel trägt nicht nur Maria in guter Hoffnung bei der Herbergssuche oder auf der Flucht nach Ägypten, er dient auch Jesus als Reittier am Palmsonntag beim Einzug in Jerusalem. Das Umweltteam von Altötting-Süd wiederum hat sehr kreativ mit einem blumengeschmückten Fahrrad und viel Info-Material Empfehlungen für die Fastenzeit gegeben – auch ein Beitrag, umweltbewusst Gottes Schöpfung zu erhalten.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Teilnehmer am Aschermittwoch der Künstler
- Vom Kunstverein Altötting: Andreas Bialas, Christel Brandl, Kerstin Han, Monika Jahn, Lydia Rau, Johann Plank, Gerti Reitmeier, Petra Salzinger, Dagmar Sorgner-Thienel sowie Conny Straubhaar-Tiffinger;
- Sonstige: Andreas Antwerpen, Anna Breidenbach, Gabi Eberl, Regina Eibelsgruber, Tanja Goetz, Theresia Hahn, Mathias Kneissl (14 Jahre), Anna-Maria Moosbauer-Hager, Heribert Wagner, Harald Werndle;
- Kinder des Workshops von Anna Breidenbach und Maria Stemmer: Anna (6), Antonia (5), Emma (8), Felix (6), Franziska (5), Helena (4), Jacinta (8), Laura (10), Leonie (8), Regina (8) und Rosa (9).