Der Aschermittwoch in Altötting steht traditionell im Zeichen des „Gnadenbildkusses“, wie er früher genannt wurde. Heute wird die Gnadenbild-Verehrung durch Verneigung oder Kniebeuge praktiziert.
Am 18. Februar kurz vor 10 Uhr übertrug Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl bei zwar winterlichen Temperaturen aber strahlendem Sonnenschein Unsere Liebe Frau im blauen Fastenröckl in die St. Magdalenakirche. Das Gnadenbild wurde dabei auf einer Stele neben dem Volksaltar aufgestellt.
Gnadenbild-Verehrung am Aschermittwoch – Impressionen
Der Guardian der Kapuziner, Bruder Marinus Parzinger, feierte mit den Gläubigen im Anschluss einen feierlichen Gottesdienst. Dabei erinnerte er an Jesu Worte aus dem Matthäus-Evangelium mit dem Aufruf zum Beten, Fasten und Almosen-Geben. Die 40-tägige Fastenzeit sei eine Einladung zum Innehalten, zu Umkehr und Buße. Das Aschenkreuz, das der Priester auf die Stirn zeichnet, erinnere zwar an die Vergänglichkeit des Lebens, „aber im Zeichen des Kreuzes verbindet es uns mit Jesus im Glauben, dass Gottes Liebe uns durchs Leben trägt“. Maria sei uns mit ihrem Ja zu Gottes Auftrag Vorbild im Glauben und Wegbegleiterin.
Ebenso wie die beiden Gottesdienste in der St. Magdalena-Kirche um 10 und um 15 Uhr wurde auch die Zeit dazwischen während der persönlichen Gnadenbild-Verehrung musikalisch gestaltet mit Orgelspiel sowie von Solisten und Instrumentalisten der Kapellmusik.
Bei der Gnadenbild-Verehrung besteht auch die Möglichkeit, die mitgebrachten Andachtsgegenstände durch einen Priester berühren zu lassen. In bereitgestellten Körbchen durften die Gläubigen ein Muttergottes-Schleierbildchen, berührt am Gnadenbild, mit nach Hause nehmen. Nach dem Abschlussgottesdienst mit Paulinerpater David Kolodziejczyk in Konzelebration mit P. Dariusz Michalczyk wurde die „Schwarze Madonna von Eding“ wieder in die Gnadenkapelle rückübertragen.
Pater David betonte in seiner Predigt, dass wir die Fastenzeit nicht allein auf den Verzicht reduzieren, sondern sie als Zeit der Vorfreude betrachten sollten: als Freude auf das nahende Osterfest. Diese sollten wir durch gute Taten, ein gutes Wort oder ein Lächeln weiterschenken.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner