Wallfahrten

Den Alltag durchbrechen

Redaktion am 18.03.2026

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner

18. Wallfahrt der katholischen Zirkus-, Schausteller- und Marktleute

Die Zir­kus- und Schau­stel­ler sind Men­schen unter­wegs“ und sehen ihren Beruf als Beru­fung, ande­ren Men­schen Hoff­nung und Freu­de für die Dau­er der Kir­mes, des Volks­fes­tes oder Gast­spiels zu brin­gen. All­jähr­lich pil­gern sie noch vor Sai­son­be­ginn, die­ses Jahr am 16. März in 18. Auf­la­ge, zur Gna­den­mut­ter nach Alt­öt­ting, um für eine gelin­gen­de und unfall­freie Sai­son zu bit­ten. Heu­er gibt es außer­dem ein Jubi­lä­um zu fei­ern: seit 70 Jah­ren gibt es die Katho­li­sche Cir­cus- und Schau­stel­ler-Seel­sor­ge im Auf­trag der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz – Papst Pius XII. hat­te 1956 den Pal­lot­ti­ner­pa­ter Heinz­pe­ter Schö­nig zum offi­zi­el­len Seel­sor­ger ernannt.

Bei der dies­jäh­ri­gen Wall­fahrt beglei­te­ten Natio­nal­seel­sor­ger Pfar­rer Sascha Elling­haus (Bonn), Pfar­rer Mar­tin Fuchs (Berg/​Opf) und Msgr. Man­fred Simon (Mainz) die vor­wie­gend aus Nie­der- und Ober­bay­ern sowie Schwa­ben ange­reis­ten Pil­ger. Abt em. Wolf­gang M. Hagl OSB aus der Bene­dik­ti­ner­ab­tei Met­ten war Haupt­ze­le­brant beim Got­tes­dienst in der Stiftspfarrkirche.

Mit Fah­nen­ab­ord­nun­gen zogen die Wall­fah­rer in einer Pro­zes­si­on zur Gna­den­ka­pel­le und schließ­lich in die Stift­s­pfarr­kir­che. Mit dabei war erneut Jür­gen Kri­cke, der mit dem Vor­trags­kreuz die Pro­zes­si­on anführ­te. Der mar­kan­te Bart­trä­ger, seit über 60 Jah­ren Minis­trant und außer­dem Lek­tor und Kan­tor, stammt ursprüng­lich aus dem Sau­er­land, lebt heu­te in Mün­chen-Send­ling und ist ein beken­nen­der Wiesn-Fan.

Wallfahrt der Zirkus- und Schausteller 2026 – Impressionen

Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Bert­hold Oeh­ler begrüß­te die treu­en Pil­ger-Fami­li­en aus dem Zir­kus- und Schau­stel­ler­ge­wer­be im Her­zen Bay­erns. Der Herr geht mit und beglei­tet uns auf allen Lebens­we­gen“, ver­si­cher­te er und füg­te hin­zu: Auf die Für­spra­che der Got­tes­mut­ter Maria bei ihrem gött­li­chen Sohn ist Ver­lass, egal was kom­men mag.“

Abt em. Wolf­gang M. Hagl OSB erzähl­te in sei­ner Pre­digt, dass er als gebür­ti­ger Hal­ler­tau­er in jun­gen Jah­ren die Volks­fes­te und Dul­ten in sei­ner Hei­mat geliebt habe: Vor allem, wenn sich auf dem Weg durch die Schau­stel­ler­bu­den die Düf­te von gebrann­ten Man­deln, Zucker­wat­te und Brat­würstl ver­misch­ten und die Her­zen höher schla­gen ließ; wenn sich bei Zir­kus-Dar­bie­tun­gen eine frem­de Welt eröff­ne­te, die auch heu­te noch fas­zi­niert. Abt Hagl nann­te all dies ein All­tags-Durch­bre­chen“: hier gesche­he etwas Beson­de­res mit den Men­schen, es kom­me zu Momen­ten des Glücks und der Freu­de. Er zitier­te Papst Fran­zis­kus: Ein Christ ohne Freu­de ist kein über­zeu­gen­der Christ.“ Volks­fes­te und Dul­ten beschrieb Abt Hagl des­halb als Orte, die wie geschaf­fen sei­en für ein fröh­li­ches, fried­li­ches Mit­ein­an­der. Damit die­ses Atem­ho­len aus dem All­tag“ mög­lich wird, brauch­ten wir Beru­fe­ne“ wie die katho­li­schen Markt­leu­te, Schau­stel­ler und Zir­kus­leu­te. So sei gera­de im Jubi­lä­ums­jahr auch den Pries­tern gedankt, die das fah­ren­de Volk Got­tes“ in all den Jah­ren kirch­lich betreu­en und in Not­si­tua­tio­nen nicht allei­ne lie­ßen. Abt Hagl bat um Schutz und Segen für die Fami­li­en und eine fried­li­che und gute Sai­son, damit die Volks­fes­te Orte der Begeg­nung und des Frie­dens sind und auch in Zukunft bleiben“.

Am Ende des Got­tes­diens­tes über­reich­te der Natio­nal­seel­sor­ger Sascha Elling­haus der Münch­ner Fah­nen­ab­ord­nung für die bereits wäh­rend des Okto­ber­fes­tes 2025 geweih­te, restau­rier­te Schau­stel­ler­fah­ne, nach­träg­lich Urkun­de und Fahnennagel.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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