Das Wallfahrtsmotto „Transitus – Übergang“ ist auch Thema der traditionellen Altöttinger Fastenpredigten. Nachdem Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl in einer ersten Predigt über die Taufe gesprochen hatte, ging es im zweiten Teil der Reihe am 5. März um die Firmung, bzw. um den „Übergang aus der Welt des Fleisches in die Welt des Geistes“. Prediger war der Altöttinger Dekan und Passauer Domkapitular Heribert Schauer, der im Bistum auch als Firmspender im Einsatz ist.
Schauer knüpfte nahtlos an Metzls Ausführungen an, als er feststellte: Die Taufe sei im Grunde etwas Passives, sie „ist pures Geschenk Gottes“. Die Firmung dagegen animiere zu Aktivität: „Firmung soll mich befähigen zu einem Leben aus der Taufe“, zu einem aktiven „Ja“ zum Heil, das uns Jesus geschenkt hat, stellte Schauer fest. Erst dadurch könne die Firmung entsprechend der Übersetzung des lateinischen „firmare“ zu einer echten „Bestärkung“ zu einem Leben aus dem Glauben werden.
Freilich auch zu einem „selbstbestimmten Leben“, das heute so gerne gefordert wird. Nur, dass wahre Freiheit eben auch Grenzen kenne, die uns die Verantwortung setze, wie Schauer mahnte. Er zitierte den Völkerapostel Paulus: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe!“ (Gal 5,13) Der Dekan erklärte: Alle mögliche Begierden wie „Habgier, Hass, Hinterlist (…)“ meine Paulus, wenn er von „Fleisch“ spricht. Durch die Gnade der Taufe und dank der Firmung bestärkt durch den Heiligen Geist „tragen wir eine ganze neue Kraft und Quelle in uns“, um eben diese Begierden zu überwinden, führte Schauer aus. In diesem Sinne sei auch die Firmung ein „Transitus“, ein Übergang in ein neues Leben; in ein Leben „als Kinder Gottes, die diesen Namen verdienen“.
Einen Rat gab der Prediger den Zuhörern in der Stiftspfarrkirche mit auf den Weg: „Habt keine Angst vor dem Heiligen Geist!“ Dabei zitierte Schauer den ehemaligen päpstlichen Hofprediger Kardinal Raniero Cantalamessa OFMCap, der außerdem festgestellt hatte: „Das Haupthindernis ist die Angst vor dem Neuen.“ Eben diese soll die Firmung eigentlich nehmen und den Empfängern stattdessen die Kraft geben, „sich dem Wirken Jesu im Heiligen Geist hinzugeben“; den Mut, sich von Jesus erneuern zu lassen.
Am Ende seiner Predigt legte Dekan Schauer den Zuhörern dieses Gebet ans Herz: „Komm Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.“
Fastenpredigten: Die weiteren Termine
Jeweils Donnerstag, 19 Uhr in der Stiftspfarrkirche Altötting:
- 12. März: Gelübde; Bruder Marinus Parzinger OFMCap
- 19. März: Heiliger Josef: Pater David Kolodziejczyk OSPPE