Foto: Roswitha Dorfner
Vor 1795 Jahren erlitt die heilige Cäcilia in Rom den Märtyrertod, heuer vor 170 Jahren starb der Komponist und Kapellorganist Max Keller. Mehr als 50 Jahre wirkte er in Altötting, ihm verdankt die hiesige Berufsfachschule für Musik ihren Namen. Beide zusammen brachte nun ein festlicher Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche.
Für diese Messfeier am 22. November, dem Gedenktag der Patronin der Kirchenmusik, hatte der amtierende Altöttinger Stiftskapellmeister Stephan Thinnes nämlich ein Werk von Johann Michael Haydn ausgewählt: die Missa Gabrielis für Soli, Chor und Orchester, dargeboten von Kapellchor und Kapellorchester sowie den Pfarrchören von St. Philippus und Jakobus und St. Josef. Die Zusammenarbeit der drei Chöre am Cäcilientag ist für Stiftskapellmeister Thinnes „ein gemeinsames Zeichen unserer Musik“ im Gnadenort, das vorher eher nicht üblich gewesen sei. Was aber hat nun der jüngere Bruder des berühmteren Joseph Haydn – meist kurz nur Michael gerufen – mit Max Keller zu tun? Abgesehen davon, dass auch er wie Michael lange Zeit im Schatten der Großmeister Mozart, Beethoven oder eben Joseph Haydn stand: Max Keller war ein Schüler Michael Haydns.
Erstmals ausführlich aus der Vergessenheit entrissen hatte ihn die Musikwissenschaftlerin M.A. Elisabeth Anna Hermann in einem Beitrag für Jahresband 1985 des Altöttinger Heimatbundes. Ihre mit großer Akribie zusammengetragenen Kenntnisse zu Max Keller hatte sie in einem Vortrag am 15. Oktober in der Berufsfachschule aufgefrischt. Letztere wurde übrigens auch erst 2006 nach Keller benannt.
Wer also war nun Max Keller? Er wurde am 7. Oktober 1770 in Trostberg in eine kinderreiche Familie hineingeboren: er war das siebente von neun Kindern und hatte einen Zwillingsbruder Franz, der zwölf Stunden später zur Welt kam. Der Vater Joseph Keller, ein kurfürstlicher Revierförster, war als Freund der Musik bekannt. Er ermöglichte seinen Söhnen eine Musikausbildung. Heute lässt sich nur noch feststellen, dass zwei Söhne, nämlich der älteste Sohn Joseph und der um zehn Jahre jüngere Max nach Seeon gingen: Das Benediktinerkloster genoss, besonders was die Musik betraf, einen guten Ruf, da es eine enge Verbindung nach Salzburg und vor allem zu den dortigen Benediktinern in St. Peter unterhielt.
