Kichenmusik

„Möge ihn der Schöpfer lange erhalten“

Redaktion am 24.11.2025

Festgottesdienst am Cäcilientag. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Brückenschlag: Im Festgottesdienst am Cäcilientag (22. November) erklang in der Altöttinger Stiftspfarrkirche die Missa Gabrielis für Soli, Chor und Orchester vom Lehrer Max Kellers, Michael Haydn.

Vor 1795 Jahren erlitt die heilige Cäcilia in Rom den Märtyrertod, heuer vor 170 Jahren starb der Komponist und Kapellorganist Max Keller. Mehr als 50 Jahre wirkte er in Altötting, ihm verdankt die hiesige Berufsfachschule für Musik ihren Namen. Beide zusammen brachte nun ein festlicher Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche.

Für die­se Mess­fei­er am 22. Novem­ber, dem Gedenk­tag der Patro­nin der Kir­chen­mu­sik, hat­te der amtie­ren­de Alt­öt­tin­ger Stifts­ka­pell­meis­ter Ste­phan Thin­nes näm­lich ein Werk von Johann Micha­el Haydn aus­ge­wählt: die Mis­sa Gabrie­lis für Soli, Chor und Orches­ter, dar­ge­bo­ten von Kapell­chor und Kapell­or­ches­ter sowie den Pfarr­chö­ren von St. Phil­ip­pus und Jako­bus und St. Josef. Die Zusam­men­ar­beit der drei Chö­re am Cäci­li­en­tag ist für Stifts­ka­pell­meis­ter Thin­nes ein gemein­sa­mes Zei­chen unse­rer Musik“ im Gna­den­ort, das vor­her eher nicht üblich gewe­sen sei. Was aber hat nun der jün­ge­re Bru­der des berühm­te­ren Joseph Haydn – meist kurz nur Micha­el geru­fen – mit Max Kel­ler zu tun? Abge­se­hen davon, dass auch er wie Micha­el lan­ge Zeit im Schat­ten der Groß­meis­ter Mozart, Beet­ho­ven oder eben Joseph Haydn stand: Max Kel­ler war ein Schü­ler Micha­el Haydns.

Erst­mals aus­führ­lich aus der Ver­ges­sen­heit ent­ris­sen hat­te ihn die Musik­wis­sen­schaft­le­rin M.A. Eli­sa­beth Anna Her­mann in einem Bei­trag für Jah­res­band 1985 des Alt­öt­tin­ger Hei­mat­bun­des. Ihre mit gro­ßer Akri­bie zusam­men­ge­tra­ge­nen Kennt­nis­se zu Max Kel­ler hat­te sie in einem Vor­trag am 15. Okto­ber in der Berufs­fach­schu­le auf­ge­frischt. Letz­te­re wur­de übri­gens auch erst 2006 nach Kel­ler benannt.

Wer also war nun Max Kel­ler? Er wur­de am 7. Okto­ber 1770 in Trost­berg in eine kin­der­rei­che Fami­lie hin­ein­ge­bo­ren: er war das sie­ben­te von neun Kin­dern und hat­te einen Zwil­lings­bru­der Franz, der zwölf Stun­den spä­ter zur Welt kam. Der Vater Joseph Kel­ler, ein kur­fürst­li­cher Revier­förs­ter, war als Freund der Musik bekannt. Er ermög­lich­te sei­nen Söh­nen eine Musik­aus­bil­dung. Heu­te lässt sich nur noch fest­stel­len, dass zwei Söh­ne, näm­lich der ältes­te Sohn Joseph und der um zehn Jah­re jün­ge­re Max nach See­on gin­gen: Das Bene­dik­ti­ner­klos­ter genoss, beson­ders was die Musik betraf, einen guten Ruf, da es eine enge Ver­bin­dung nach Salz­burg und vor allem zu den dor­ti­gen Bene­dik­ti­nern in St. Peter unterhielt.

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