Wallfahrten

Über 70 Nikolaus-Stellvertreter und ein echter Bischof in Altötting

Redaktion am 23.12.2025

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Große Augen machten die kleinen Besucher des Christkindlmarkts beim Anblick so vieler Nikolaus-Vertreter. Weihbischof Josef Graf (am Mikro) und Br. Marinus Parzinger freut‘s.

14. Nikolauswallfahrt mit Weihbischof Josef Graf aus Regensburg

Der drei­wö­chi­ge Christ­kindl­markt am Alt­öt­tin­ger Kapell­platz fand auch die­ses Jahr mit der mitt­ler­wei­le zur schö­nen Tra­di­ti­on gewor­de­nen Niko­laus­wall­fahrt ihren Abschluss. Orga­ni­sa­tor Chris­ti­an Wie­ser sowie Wirt­schafts­ver­bands­vor­sit­zen­de Chris­ti­ne Burg­hart freu­ten sich bei der 14. Auf­la­ge die­ser beson­de­ren Wall­fahrts-Ver­an­stal­tung am 20. Dezem­ber über Son­nen­schein und strah­lend blau­em Him­mel – und über mehr als 70 irdi­sche Ver­tre­ter des hei­li­gen Bischofs von Myra. Die­se kamen vor­wie­gend aus dem ober- und nie­der­baye­ri­schen Raum – mit der größ­ten Teil­neh­mer­grup­pe wie all die Jah­re aus Passau/​Hals, außer­dem aus der Ober­pfalz und Schwa­ben und mit den wei­test Ange­reis­ten aus dem unter­frän­ki­schen Würz­burg, dem baden-würt­tem­ber­gi­schen Herold­statt und aus der Stei­er­mark im öster­rei­chi­schen Nach­bar­land. Gemein­sam zogen sie über den Kapell­platz in die St. Anna-Basi­li­ka ein.

Die Män­ner mit künst­li­chem oder ech­tem Rau­sche­bart – auch eini­ge Frau­en hat­ten sich unter der Niko­laus-Ver­klei­dung ver­steckt – waren fest­lich geklei­det in den Far­ben Rot und Gold, Vio­lett, Weiß und Hell­blau. Sie waren bischöf­lich“ aus­ge­stat­tet mit Mitra, Stab und Brustkreuz.

Der Haupt­ze­le­brant, Weih­bi­schof Josef Graf aus Regens­burg, freu­te sich: Welch ein Anblick!“ Mit einem Augen­zwin­kern füg­te er hin­zu: Fast hät­te ich gesagt, lie­be Kol­le­gen im bischöf­li­chen Amt. Aller­dings bin ich ja bloß Weihbischof“.

Zusam­men mit Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger, stell­ver­tre­ten­der Wall­fahrts­rek­tor und Guar­di­an der Alt­öt­tin­ger Kapu­zi­ner, stand er dem Dank­got­tes­dienst in der Sankt-Anna-Basi­li­ka vor. Die musi­ka­li­sche Gestal­tung über­nahm der Lal­lin­ger Män­ner­chor unter Lei­tung von Geb­hard Schöff­mann beglei­tet von Ingrid Weißl mit der Ziach – es san­gen auch zwei Niko­laus-Ver­tre­ter mit.

Nikolauswallfahrt 2025 – Impressionen

Weih­bi­schof Graf bezeich­ne­te das Niko­laus­ge­hen“ als ein vor­bild­lich christ­li­ches und mis­sio­na­ri­sches Zei­chen der Barm­her­zig­keit für Arme, Not­lei­den­de und Aus­ge­grenz­te und einen Dienst, den man nicht so neben­bei tue. Gera­de in der Advents­zeit wer­de das Lukas-Evan­ge­li­um (Lk 1,2638) von der Ver­kün­di­gung des Engels Gabri­el an Maria vor­ge­tra­gen, Schau­platz die­ses Gesche­hens an einem unbe­deu­ten­den Ort in Gali­läa namens Naza­reth. In die­ser geschicht­li­chen Stun­de im eige­nen Sinn“ wer­de uns beson­ders das Heils­wir­ken Got­tes gegen­wär­tig. Denn Gott wir­ke im Klei­nen und auf den ers­ten Blick Unbe­deu­ten­den. Mit der Geburt unse­res Herrn Jesus Chris­tus durch die Jung­frau Maria sei Gott sel­ber an Weih­nach­ten in einem Stall in Beth­le­hem zur Welt gekom­men. Gott kom­me es nicht dar­auf an, dass wir eine bedeu­ten­de Stel­lung in der Welt­ge­schich­te erha­schen, son­dern dar­auf, dass jeder sei­nen vor­ge­se­he­nen Dienst im christ­li­chen Leben vor­bild­lich lebt. Gera­de die Hei­li­gen wie Bischof Niko­laus lie­ßen in der Kir­che etwas spü­ren von der Güte und Lie­be Got­tes, beton­te Wei­bi­schof Graf. So sei der Niko­laus-Dienst in den Fami­li­en, Kin­der­gär­ten, Schu­len und Alten­hei­men zugleich ein Glau­bens­zeug­nis mit Verkündigungscharakter.

Nach dem fei­er­li­chen Got­tes­dienst und der Pro­zes­si­on der Niko­laus-Ver­tre­ter den Kapu­zi­ner­berg hin­auf zur Gna­den­ka­pel­le wur­den die vie­len war­ten­den Kin­der belohnt: Sie beka­men einen Scho­ko­ni­ko­laus über­reicht. Beson­de­res Lob gab es für Max, der mutig Weih­bi­schof Graf frag­te, ob er nicht des­sen Bischofs­stab hal­ten dürfe.

Für Chris­ti­an Wie­ser steht fest: Die Niko­laus­wall­fahrt sei durch einen wun­der­ba­ren Gemein­schafts­geist geprägt und die Niko­laus-Ver­tre­ter spie­gel­ten die Freu­de am Ehren­amt wider.

Niko­laus Patrick Thielsch aus Heroldstatt/​Baden Würt­tem­berg erzähl­te bei sei­ner Pre­mie­ren­wall­fahrt: In sei­nen 42 Jah­ren als Niko­laus­dar­stel­ler habe er 42.000 Euro für gute Zwe­cke gesam­melt wie etwa für das Auf­schnauf­haus“ (eine Kurz­zeit­be­treu­ung für behin­der­te Kin­der im Kreis Ulm) oder das Hos­piz in Münsingen/​Kreis Reut­lin­gen. Und Wen­de­lin Rehm aus Tru­de­ring, seit 1974 in den advent­li­chen Tagen um den Fest­tag des Hei­li­gen aus Myra in Mün­chen unter­wegs, ist die Bedeu­tung des Niko­laus-Gehens auch unter der Münch­ner Pro­mi­nenz auf­ge­fal­len: Selbst poli­ti­sche Grö­ßen wie der ehe­mals baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Franz Josef Strauß, Fuß­ball-Iko­ne Franz Becken­bau­er oder der schil­lern­de Mode­de­si­gner Rudolph Mos­ham­mer hät­ten ihm ehr­furchts­voll“ die Hand geschüt­telt. Ange­sichts der advent­li­chen Hei­li­gen­ge­stalt wer­de aus groß wie­der klein“; der Bekannt­heits­grad eines Ein­zel­nen sei da nicht mehr aus­schlag­ge­bend. Denn der Anblick und das vor­bild­li­che Wir­ken des Hei­li­gen Niko­laus berührt die Her­zen und ruft die Heils­ge­schich­te in Erinnerung.“

Text: Ros­wi­tha Dorfner

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