Die Oberpfälzer Fußwallfahrer sind die Vorboten zum alljährlichen „Pfingststurm“, bei dem sich tausende Fußpilger aus allen vier Himmelsrichtungen auf den Weg zum Gnadenort machen. Sie kamen am 19. Mai kurz vor dem Pfingstwochenende in Altötting an.
Die vier Gruppen aus dem oberpfälzischen Hemau, Beilngries, Günching und Dasswang trafen sich am Franziskushaus in der Neuöttinger Straße und zogen dann gemeinsam zur Basilika. Die etwa 850 Wallfahrer waren teils drei bis vier Tage lang und bis zu 180 Kilometer weit unterwegs gewesen. Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl begrüßte die Pilger und deren Seelsorger, darunter auch den Neupriester Sebastian Scharnagl. In Zweierreihen und unter den Klängen der Oberpfälzer Musikkapelle zog die Prozession über den Kapellplatz.
Die Erleichterung war dem Hauptverantwortlichen Richard Bögerl anzusehen Alle Teilnehmer seien gut in Altötting angekommen, stellte er fest. Nicht nur dem idealen Pilgerwetter sei es geschuldet, dass es kaum Ausfälle gab, sondern auch der Disziplin der Fußwallfahrer.
Oberpfälzer Fußwallfahrt – Impressionen
Der Hauptzelebrant des anschließenden Gottesdienstes, Pfarrer Arthur Wechsler, betonte in seiner Predigt: „Glauben kommt vom Hören.“ Die Kirche sei der erste Ort, um hörend fürs Leben zu lernen. Dann wiederum komme es darauf an, dem Glauben eine Stimme zu geben und die Begeisterung für Gott hörbar zu machen. Die Oberpfälzer Fußwallfahrer hätten dies mit ihrer Wallfahrt nach Altötting in die Tat umgesetzt: „Ihr habt lautstark den Glauben mit Gebet und Gesang bezeugt und andere hellhörig gemacht“, lobte er die Wallfahrer. Maria sei uns mit ihrem Magnificat „Lehrmeisterin“, erinnerte er. In ihrem Lobgesang komme Gottes Wort zur Sprache, wird Gottes Liebe und Barmherzigkeit bezeugt. „Wer auf die Frohe Botschaft von Jesus hört, dem wird Leben in Fülle geschenkt“, versicherte Pfarrer Wechsler.
Am Ende des Gottesdienstes wurde den Teilnehmern an der Oberpfälzer Fußwallfahrt eine besondere Ehre zuteil; Neupriester Sebastian Scharnagl spendete den Primizsegen. Und eine Ehrung gab’s nach der Lichterprozession nicht nur für alle Pilgerjubilare: Wallfahrtsleiter Richard Bögerl übergab bereits am Ende des Pilgergottesdienstes in der St. Anna-Basilika an Gudrun Schmid, die langjährige Sekretärin der Bischöflichen Kapelladministration, die sich heuer im März in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat, zum Dank einen Blumenstrauß und eine hölzerne Dankesschrift in Erinnerung an die Oberpfälzer Fußpilger.
Nach dem Pilgergottesdienst am frühen Donnerstag-Morgen, 21. Mai, machten sich die „Hartgesottenen“ der Oberpfälzer Fußpilger, darunter Pfarrer Johannes Trollmann und Pilgerführer Richard Bögerl, wiederum zu Fuß vom „Herzen Bayerns“ zurück in die Oberpfälzer Heimat.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

