Foto: Roswitha Dorfner
Zum Dank für die Rettung ihrer Tochter widmet Familie Maier der Gnadenmutter eine Votivtafel
Es geschah am 15. Juli 2024, als Veronika Maier aus Erding/Eichenkofen mit zwei ihrer drei Mädchen, Felizitas (6) und Mathilde (3) – alle mit Helm auf dem Fahrrad unterwegs – morgens am Kindergarten in Langengeisling eintraf. Dort wollten sie in den Parkplatz einfahren. Ein ihnen bekannter Autofahrer, der gerade vom Parkplatz auf die Straße biegen wollte, winkte ihnen zu und ließ ihnen die Vorfahrt. Auf das Zeichen von Mama Veronika fuhren alle los, am Auto vorbei. Der Fahrer übersah jedoch die kleinste als Letzte und überfuhr Mathilde, wobei er ihr direkt mit dem rechten Hinterreifen über den Kopf rollte. Die hilflose Mutter, die alles mit ansehen musste, eilte sofort dazu und schrie verzweifelt, dass ihr Kind nicht mehr atme.
Dann jedoch begann das Wunder: Exakt zur tragischen Unfallzeit um 8.30 Uhr war Rettungssanitäterin Tanja Hackl am Parkplatz angekommen, um ihre Tochter zum Kindergarten zu bringen; erstmals mit Verspätung. Sie begann sofort bei Mathilde mit Wiederbelebungsversuchen, die auf wunderbare Weise gelangen. Hackls Arbeitskollegen waren dann in wenigen Minuten vor Ort. Auch der hinzugerufene Rettungshubschrauber traf schnell ein, während ein zweiter Hubschrauber den Kindernotarzt zum Unfallort brachte. Mathilde war somit innerhalb nur einer Stunde im Schwabinger Krankenhaus.
Dort teilten die Ärzte Mathildes Eltern, Veronika und Matthias Maier mit, dass sie Mathilde am frühen Abend nach einem erneuten MRT aufwachen lassen würden, falls der Hirndruck stabil bleibe. Die Aufwachzeit in so einem Fall könne jedoch bis zu drei Stunden dauern. Doch Mathilde schlug nach nur ein paar Minuten die Augen auf, war innerhalb von 20 Minuten ansprechbar und hat ihre Eltern auch sogleich erkannt. Die Dreijährige durfte schon am zweiten Tag die Intensivstation verlassen und konnte auf die Normalstation wechseln. Die Diagnose lautete Schädelbasisbruch und schweres Schädelhirntrauma. Die rasche Erholung der Kleinen überraschte auch die Ärzte: nach nur dreiwöchigem Krankenhausaufenthalt konnte Mathilde als genesen entlassen werden.
Für die gläubigen Eltern war es selbstverständlich, der Muttergottes Dank zu sagen für die wunderbare Hilfe an ihrer kleinen Tochter. Papa Matthias war dazu bereits an Pfingsten dieses Jahres mit den Erdinger Fußpilgern nach Altötting marschiert. Vom 13. bis 15. Juli 2025 nun pilgerten Veronika und Matthias Maier gemeinsam, begleitet vom befreundeten Pfarrer Richard Greul, in drei Etappen zu Fuß nach Altötting. Exakt am 15. Juli, dem Unfalltag Mathildes vor einem Jahr, übergaben sie an Altöttings Wallfahrtsrektor Dr. Klaus Metzl eine Votivtafel und feierten anschließend in der Bruder-Konrad-Kirche eine Dankmesse mit vielen Bekannten und Freunden, darunter einige von der Langengeislinger Feuerwehr. Lebensretterin Tanja begleitete sie bei der letzten der drei Etappen. Das Votivbild, das Papa Matthias selbst gemalt hat wird im Umgang der Gnadenkapelle seinen Platz finden.
Betonen möchte die Familie, dass sie zu keinem Zeitpunkt dem Fahrer irgendeine Schuld zugesprochen haben und dies auch jetzt nicht tun. So etwas könne jedem passieren. Sowohl als auch …
Text: red
