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Kirche vor Ort

336. Oberpfälzer Fußwallfahrt

Redaktion am 21.05.2021

336 Oberpfälzer FW Stellvertreterwallfahrt 18 05 2021 7 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

Auch 2021 fand die Oberpfälzer Fußwallfahrt statt, coronabedingt wie im letzten Jahr in sehr eingeschränkter Form. So machten sich aus den Bezirken Beilngries, Günching, Daßwang und Hemau die jeweiligen Pilgerleiter, Vortragskreuz-Träger, die dazugehörigen Begleitfahrzeuge und verschiedene Einzelpilger wieder auf, um den beschwerlichen Weg zu Fuß nach Altötting zu pilgern.

Für Pil­ger­lei­ter Richard Bögerl ist die­se Fuß­wall­fahrt nicht nur ein per­sön­li­ches Her­zens­an­lie­gen: Es geht doch dar­um, dass auch in unse­rer Zeit, in der der Glau­be an Gott, wie es scheint, immer rasan­ter schwin­det, die Sor­gen und Nöte, die die Men­schen bewe­gen und drü­cken, nach Alt­öt­ting zur Gna­den­mut­ter getra­gen wer­den, um so Hil­fe in den Sor­gen des All­tags zu erlan­gen.“ Bögerl sieht die Ober­pfäl­zer Fuß­wall­fahrt als ein Zei­chen für die Welt und sich des­halb in der Pflicht, eine Durch­füh­rung im Rah­men des Mög­li­chen zu bewerk­stel­li­gen. Letzt­end­lich gehe es dar­um dass das Band, das die Men­schen aus der Ober­pfalz bereits über Jahr­hun­der­te mit dem Gna­den­ort ver­bin­det, auch in die­ser nicht ein­fa­chen Zeit nicht abreißt. Dass die Welt sieht und auch hört, das Gebet ist nicht ver­stummt, es gibt noch Men­schen, die auf Gott ver­trau­en und des­halb die Got­tes­mut­ter von Alt­öt­ting bit­ten, ein gutes Wort für sie am Him­mels­thron ein­zu­le­gen.“ Pil­ger­lei­ter Bögerl bedau­ert es des­halb sehr, dass unse­re treu­en Wall­fah­rer die Zeit der Pil­ger­ge­mein­schaft in die­sem Jahr wie­der­um nicht erfah­ren dür­fen. Eine Zeit, in der sie für sich und ihre See­le Zeit fin­den kön­nen, in der sie der Welt und ihrem Zeit­geist, wenn auch nur für weni­ge Tage, ent­flie­hen kön­nen, in der sie auf­tan­ken und Zuver­sicht fin­den kön­nen, in der sie erfah­ren kön­nen: sie sind nicht allein!“ 

Etwa 50 Ein­zel­pil­ger, aus­ge­stat­tet mit den erfor­der­li­chen FPP2-Mund-Nasen­schutz-Mas­ken, wur­den bei der Ankunft am Pil­ger­ziel am 18. Mai gegen 10 Uhr vor­mit­tags beim Treff­punkt Micha­e­li­kir­che an der Neuöt­tin­ger Stra­ße von Dia­kon Tho­mas Zau­ner und Vor­trags­kreuz­trä­ger Mar­tin Zau­ner herz­lich will­kom­men gehei­ßen. Ins­be­son­de­re Chris­ti­an Wei­gert als Gün­chin­ger Pil­ger­lei­ter, der sein 40. Pil­ger­ju­bi­lä­um fei­ern konn­te. Ein­be­glei­tet im nöti­gen Sicher­heits­ab­stand hiel­ten die Fuß­pil­ger vor der Gna­den­ka­pel­le kurz Sta­tio – hier war Alt­öt­tings Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Dr. Klaus Metzl vor Ort, um den Ober­pfäl­zer Ein­zel­pil­gern für das Glau­bens­zeug­nis herz­lich Dank zu sagen, ver­bun­den mit dem Wunsch: Ich hof­fe, Maria schaut auf Euch, beson­ders unter die­sen schwie­ri­gen Bedin­gun­gen.“ Unter Glo­cken­ge­läut zogen die Fuß­wall­fah­rer dann in die St. Anna-Basi­li­ka, um dort mit Pil­ger­pfar­rer“ Ste­fan Brand aus Abenberg/​Mfr. und Kon­ze­le­brant Pfar­rer Mar­tin Fuchs aus Berg bei Neumarkt/​Opf. Pil­ger­got­tes­dienst zu feiern. 

Seit 1685 kom­men die Ober­pfäl­zer Pil­ger unun­ter­bro­chen hier­her gepil­gert, beton­te Pfar­rer Brand, um der Mut­ter­got­tes ihre Not der Zeit vor­zu­tra­gen, auch in Kriegs­ta­gen und seit letz­tem Jahr in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie, denn: Wir brau­chen Got­tes Hil­fe.“ So stell­te Pfar­rer Brand mit Recht die Fra­ge, die alle betrifft: Wie geht es wei­ter, was bleibt, wenn die gan­ze Welt auf dem Kopf steht – wird alles, wie es war, wer­den wir je unse­re Frei­heit und Unbe­küm­mert­heit wie­der­erlan­gen in mensch­li­cher und wirt­schaft­li­cher Hin­sicht, auch was Kir­che betrifft?“ Für Pfar­rer Brand ist zunächst ein Umden­ken“ erfor­der­lich: eine Dank­sa­gung an Gott und unse­re Mit­men­schen für alles, was wir bis­her genie­ßen durf­ten, was uns bis­her als selbst­ver­ständ­lich erschien, in mensch­li­cher und mate­ri­el­ler Hin­sicht. Dank­bar­keit für Got­tes Schöp­fung, die es zu erhal­ten erfor­de­re. Was aber bleibt“, hin­ter­frag­te der Pre­di­ger, wenn uns – gera­de in die­ser Coro­na-Pan­de­mie – das Liebs­te genom­men wird?“ Da emp­feh­le sich der Blick auf die Got­tes­mut­ter Maria und ihrem gött­li­chen Sohn: Unter dem Kreuz habe uns Jesus als Ver­mächt­nis sei­ne Mut­ter als unser aller Mut­ter gege­ben. Die­ses Ver­mächt­nis hät­te Papst Johan­nes Paul II. als gro­ßer Mari­en­ver­eh­rer zeit­le­bens erfah­ren, stets auf Maria geschaut und sich ihr anver­traut: an die­sem 18. Mai hät­te die­ser hei­lig­ge­spro­che­ne Papst sei­nen 101. Geburts­tag gefei­ert und so habe er am 13. Mai, am Fati­ma­tag vor 40 Jah­ren, auch das Atten­tat durch Mari­ens Schutz und Hil­fe über­lebt. Das Resü­mee von Pfar­rer Brand: Von Maria ler­nen wir, alles was wir lie­ben, los­zu­las­sen, dann wer­den wir alles im Her­zen bewah­ren und behal­ten. Wenn wir Mari­ens Auf­trag erfül­len, wenn wir beten und Süh­ne leis­ten, dann wird unser irdi­scher Pil­ger­weg immer wei­ter­ge­hen, denn: Jesus bleibt uns alle Zeit!“

Die fei­er­li­che Abschied­s­an­dacht der Ober­pfäl­zer Fuß­pil­ger fand am Nach­mit­tag in der Br. Kon­rad-Kir­che statt, am 20. Mai mach­ten sich nur weni­ge Ein­zel­pil­ger auf den Rück­weg bis Bettbrunn.

Bil­der und Text: Ros­wi­tha Dorfner