Kirche vor Ort

Herbergen wandern von Haus zu Haus

Redaktion am 02.12.2020

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner

Seit rund 90 Jahren halten die Altöttinger Krippenfreunde eine beliebte Tradition aufrecht: in der Adventszeit wandern kleine Herbergskästchen von Familie zu Familie, von Haus zu Haus.

Und sie​„leg­te ihn in eine Krip­pe, weil in der Her­ber­ge kein Platz für sie war“ (Lk 2,7), heißt es kurz und knapp im Evan­ge­li­um. Bunt aus­ge­stal­te­te Krip­pen­spie­le stel­len jähr­lich dar, wie der Her­bergs­va­ter die hoch­schwan­ge­re Maria und ihren Mann Josef abweist. Die knap­pe Anga­be im Lk-Evan­­ge­­li­um soll aber nicht das letz­te Wort der Geschich­te blei­ben: In Alt­öt­ting zeigt eine Tra­di­ti­on der Her­bergs­su­che, dass es vie­le Plät­ze gibt für die Hei­li­ge Fami­lie – im über­tra­ge­nen Sinn. Hier wer­den seit ca. 1930 jedes Jahr klei­ne later­nen­ar­ti­ge Käst­chen, die die Her­bergs­su­che dar­stel­len, von Fami­lie zu Fami­lie wei­ter­ge­ge­ben. Die Käst­chen laden zum Gebet ein, zu einem besinn­li­chen Mit­ein­an­der im Kreis der Fami­lie. Die Tra­di­ti­on kommt aus der der​„Wan­der­mut­ter­got­tes“, bzw. des​„Frau­en­tra­gens“ – eine Form der Mari­en­ver­eh­rung, die vor allem im alpen­län­di­schen Raum vorkommt.

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