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Kirche vor Ort

Glaubenszeichen für die Welt

Redaktion am 25.05.2021

Zeichen für die Welt Pilger trotzen mit Pfingstwallfahrt nach Altötting der weltweiten Corona Pandemie 23 05 2021 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

Die Corona-Pandemie mit ihren Sicherheitsverordnungen und vielen Beschränkungen, gerade was größere Gruppenansammlungen betrifft, hat das Wallfahrtsgeschehen am Gnadenort Altötting seit März letzten Jahres grundlegend verändert. So hielt sich auch der Pfingst(an)sturm mit vielen Traditions-Wallfahrten vergangenes Wochenende in „überschaubaren Grenzen“ - und doch setzten einige Pilger, die sich trotzdem auf den Weg nach Altötting aufmachten, gerade in schwierigen Zeiten „ein Glaubenszeichen für die Welt“.

Ein­zel­pil­ger, Fami­li­en- oder klei­ne Grup­pen­wall­fahr­ten waren zu Fuß, per Fahr­rad oder Auto gekom­men, um ihre Anlie­gen der Gna­den­mut­ter von Alt­öt­ting per­sön­lich zu über­brin­gen. Soge­nann­te Stell­ver­tre­ter-Wall­fahr­ten zur Erhal­tung der Pil­ger­tra­di­ti­on, Dele­ga­tio­nen für die grö­ße­ren Tra­di­ti­ons­fuß­pil­ger­grup­pen wie die der Regens­bur­ger, Rie­den­bur­ger oder Strau­bin­ger Fuß­wall­fahrt (140. Jubi­lä­ums­wall­fahrt) brach­ten durch die Pil­ger­lei­tung und das mit­ge­brach­te Pil­ger­kreuz auch die Anlie­gen der Daheim­ge­blie­be­nen in brief­li­cher Form zum Gna­den­ort. So unter ande­rem Bischof Rudolf Voder­hol­zer, der stell­ver­tre­tend für die etwa 7.000 Daheim­ge­blie­be­nen der gro­ßen Regens­bur­ger Fuß­wall­fahrt den Anlie­gen­ruck­sack am Pfingst­sams­tag in sie­ben Kilo­me­tern Fuß­marsch von Hei­li­gen­statt nach Alt­öt­ting trug, beglei­tet von Pil­ger­lei­ter Bern­hard Meiler. 

Dass die Got­tes­mut­ter Maria als Anlauf­stel­le für die Pil­ger“ auch das pfingst­li­che Prin­zip der wah­ren Kir­che“ ist, erklär­te Alt­öt­tings Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Dr. Klaus Metzl beim 10-Uhr-Hoch­amt am Pfingst­sonn­tag in der Alt­öt­tin­ger St. Anna-Basi­li­ka, fest­lich musi­ka­lisch gestal­tet mit Mozarts mis­sa bre­vis in B von einem Ensem­ble des Kapell­chors und –orches­ters unter Lei­tung von Stifts­ka­pell­meis­ter Ste­phan Thin­nes. Für Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Dr. Metzl hat das Pfingst­ge­sche­hen im Abend­mahls­saal, da sich Maria inmit­ten der Apos­tel befand, sym­bol­haf­ten Cha­rak­ter: Kir­che sein heißt somit zusam­men­ste­hen in der Nach­fol­ge der Apos­tel, aber zugleich zusam­men­ste­hen mit Maria in ihrer Mit­te!“ Die Her­ab­kunft des Hei­li­gen Geis­tes gel­te für alle Zei­ten der Geschich­te als blei­ben­des Maß eines immer­wäh­ren­den Pfings­ten. Der Hei­li­ge Geist spen­de Kraft auf den Pil­ger­we­gen der Kir­che unse­rer Zeit.

Dies haben auch Pries­ter wie Pil­ger­pfar­rer“ Han­nes Lorenz aus Nab­burg gespürt, die sich auf­mach­ten, um nach vier­tä­gi­ger Fuß­wall­fahrt am Pfingst­sams­tag am Gna­den­ort Unse­rer Lie­ben Frau ein­zu­tref­fen. Vie­le wei­te­re Ein­zel­pil­ger aus der Diö­ze­se Regens­burg nah­men am Pil­ger­got­tes­dienst in der St. Anna-Basi­li­ka mit Haupt­ze­le­brant und Pre­di­ger Bischof Rudolf Voder­hol­zer sowie Pfar­rer Han­nes Lorenz und Alt­öt­tings Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Dr. Klaus Metzl als Kon­ze­le­bran­ten teil. Den Anlie­gen­ruck­sack, den Bischof Voder­hol­zer zunächst vor dem Volks­al­tar plat­ziert hat­te, befüll­te Pfar­rer Lorenz mit wei­te­ren Anlie­gen in brief­li­cher Form, mit dem Kom­men­tar: Da wird nicht gemo­gelt, die­se Anlie­gen habe ich wäh­rend der Fuß­wall­fahrt mit­ge­tra­gen.“ Bischof Voder­hol­zer sah in der Got­tes­dienst­fei­er mit etwa 200 Gläu­bi­gen (coro­nabe­dingt waren wegen der Abstands­re­ge­lung nicht mehr zuge­las­sen) den Höhe- und Schluss­punkt der Wall­fahrt und zeig­te sich zuver­sicht­lich, dass im nächs­ten Jahr mit Got­tes Hil­fe die Coro­na-Pan­de­mie über­wun­den wer­de, und Alt­öt­ting mit sei­ner pfingst­li­chen Pil­ger­ge­mein­schaft wohl aus allen Näh­ten platzt“. Dass sich am Pfingst­sams­tag um die Mit­tags­zeit am Gna­den­ort Alt­öt­ting immer mehr die Son­ne am wol­ken­ver­han­ge­nen Him­mel durch­setz­te und das düs­te­re Wol­ken­ge­bil­de durch­brach, deu­te­te Bischof Voder­hol­zer als ein Zei­chen und Sinn­bild der Hoff­nung, dass wir von der Gei­ßel der Pan­de­mie befreit wür­den. Alle, die an die­ser Gei­ßel lit­ten, alle Schwes­tern und Brü­der der Fami­lie und Pil­ger­ge­mein­schaft des Glau­bens soll­ten ein Stück Kir­che bau­en“ und sich bereit machen bei die­sem Pil­ger­got­tes­dienst zur Begeg­nung mit dem auf­er­stan­de­nen Herrn und der Got­tes­mut­ter Maria, die als unser Vor­bild und Weg­wei­sung hin­führt zu ihrem Sohn und uns ihm anemp­fiehlt Got­tes Wort zu hören und es zu befol­gen“. Gera­de die schwe­re Zeit der Pan­de­mie, die für vie­le schwer­wie­gen­de gesund­heit­li­che und wirt­schaft­li­che Not mit sich brach­te, sah Bischof Voder­hol­zer als christ­li­che Ver­pflich­tung, Wege zu suchen, die zuein­an­der füh­ren: Da ist Soli­da­ri­tät gefragt! Beten wir zum Hei­li­gen Geist des Rates und der Ermu­ti­gung, dass er uns und ins­be­son­de­re den Ver­ant­wort­li­chen in Kir­che und Welt hel­fe, die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu treffen!“ 

Am Pfingst­wo­chen­en­de hat­ten sich nicht nur Pil­ger aus Regens­burg auf den Weg gemacht. Es weil­ten auch ver­schie­de­ne ande­re Pil­ger­de­le­ga­tio­nen und Ein­zel­pil­ger aus dem ober­pfäl­zi­schen, nie­der- und ober­baye­ri­schen Raum am Gna­den­ort, um in der St. Anna-Basi­li­ka oder Bru­der-Kon­rad-Kir­che Got­tes­dienst zu fei­ern, u.a. aus Rie­den­burg mit Pil­ger­füh­rer Jakob Schmailzl und den bei­den Pil­ger­pries­tern“ Pfar­rer Wer­ner Sul­zer (Schmid­müh­len) und Pfar­rer Ste­fan Lan­ger (Markt­red­witz); Ein­zel­pil­ger aus Eichen­ried mit Pil­ger­lei­ter Dia­kon Die­ter Spöttl; aus Isma­ning mit Pil­ger­lei­te­rin Maria Leuth­ner, aus Erding mit Pfar­rer Josef Mun­digl anläss­lich ihres 75. Pil­ger­ju­bi­lä­ums; fer­ner Pil­ger­lei­ter Peter Wein­mann aus Lal­ling sowie die treue Pil­ger­fa­mi­lie“ Aschen­bren­ner aus Furth bei Lands­hut; Pil­ger­de­le­ga­tio­nen aus Isma­ning, aus Sche­yern-Euern­bach, Ein­zel­pil­ger aus Neumarkt/St.Veit und Ober­hau­sen bei Reis­bach und vie­le mehr.

Verschiedene Stimmen und Aussagen von „Pilgerpriestern“ und Fußpilgern:

Pfar­rer Han­nes Lorenz, Nab­burg, ver­ab­schie­de­te die Fuß­wall­fah­rer aus Regens­burg: Bis nächs­tes Jahr in Alt­öt­ting oder im Him­mel droben!“

Pfar­rer Wer­ner Sul­zer, Rie­den­burg, sah in Wall­fahr­ten 2021 ein klei­nes Stück Nor­ma­li­tät in einem ganz und gar nicht nor­ma­len Jahr: Der gemein­sa­me Pil­ger­weg mit Ein­zel­pil­gern oder klei­nen Grüpp­chen, Fami­li­en, erin­nert an eine Per­len­schnur, auf­ge­reiht mit kost­ba­ren Per­len des Glau­bens und Lebens. Der Faden ist das gemein­sa­me Ziel‚ Hoff­nung fin­den wir in Maria als Ver­mitt­le­rin zu Gott.“ Im Glau­ben sieht Pfar­rer Sul­zer einen Weg, zu gehen, denn der Glau­be will bewe­gen“. Die tiefs­te Begeg­nung mit Chris­tus in der Eucha­ris­tie­fei­er als Tisch­ge­mein­schaft beschreibt Pfar­rer Sul­zer wie folgt: Er ist nicht nur äußer­lich mit uns, Er geht in uns ein und über!“

Für Rita Schä­fer war die dies­jäh­ri­ge Fuß­wall­fahrt nach Alt­öt­ting (Teil­nah­me ab Rie­den­burg, eigent­lich nimmt sie all­jähr­lich unter Nor­mal­um­stän­den“ bei der Ober­pfäl­zer Fußwallfahrt/​Beilngrieser Grup­pe Teil) ihre 25. Fuß­wall­fahrt. Glau­be bedeu­tet für sie auf dem Weg sein, um eini­ges, das man mit­trägt, los­zu­las­sen!“ Sie hat sich zusam­men mit Ehe­mann Peter (16. Fuß­wall­fahrt nach Alt­öt­ting) auf den Weg gemacht. Letz­tes Jahr war sie allein nach Alt­öt­ting gepil­gert mit dem Resü­mee: Nie wie­der!“ Rita Schä­fer bevor­zugt die Teil­nah­me an einer Pil­ger­grup­pe, denn die­se Glau­bens­ge­mein­schaft trägt!“

Bil­der und Text: Ros­wi­tha Dorf­ner